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In der Tora hat das Fest mehrere Namen, zum einen „Wochenfest“ (Chag ha Shavuot), weil es 7 Wochen nach Pessach gefeiert wird (das Omer-Zählen); dann Fest der Ernte (Chag ha Katzir) und Tag der Erstfrüchte (Chag ha Bikkurim), weil es im alten Israel als landwirtschaftliches Fest und als zweites der drei Wallfahrtsfeste mit der Pflicht der Darbringung der Erstfrüchte zum Tempel gefeiert wurde.

Das Judentum feiert vor allem aber den Empfang der 10 Gebote am Berg Sinai als Chag matan Toratenu, dem „Fest der Offenbarung unserer Tora“. Deswegen werden am ersten der zwei Feiertage in der Synagoge die entsprechenden Tora- Abschnitte und als Haftara aus Ezechiel gelesen. Traditionellerweise schmückt man die Synagoge mit Blumen und Laub, man isst milchige Speisen als Erinnerung an die Bezeichnung des Landes und der Tora, sie seien „wie Milch und Honig“.

Pessach gehört zu den wichtigsten Festen des Judentums. Es erinnert an den Auszug aus Ägypten (Exodus), also die Befreiung der Israeliten aus der Sklaverei, von der das 2. Buch Moses im Tanach erzählt. Es wird auch als Geburt des Volkes der Israeliten bezeichnet, da in diesem Moment das ganze Volk erstmals gemeinsam die „starke Hand Gottes“ und seine Macht über die Götzen der Ägypter erfahren hat.

Die Nacherzählung (Haggada) dieses Geschehens verbindet jede neue Generation der Juden mit ihrer zentralen Befreiungserfahrung. Pessach wird in der Woche vom 15. bis 23. des jüdischen Frühlingsmonats Nissan gefeiert. Es ist ein Familienfest mit verschiedenen Riten, das mit dem berühmten Seder-Abend eingeleitet wird und mit dem einwöchigen Verzehr von „Matzen“ (einer Art dünnem Fladen, der nur aus Mehl und Wasser besteht), einhergeht. Denn es ist in der Tora schon verboten, gesäuertes Brot zu essen und überhaupt irgendetwas Gesäuertes im Hause zu haben. Deshalb heißt das Fest auch „Chag haMatzot“. Traditionellerweise benutzt man extra Pessach-Geschirr und es geht eine aufwendige und gründliche Reinigung des Hauses und der Küche voraus. Am Morgen vor dem Seder hat mit der symbolischen Verbrennung der letzten Krümel des „Chametz“ (Gesäuertes) diese Arbeit ihren traditionellen Höhepunkt, an dem besonders Kinder viel Freude haben. Man wünscht sich überall auf der Welt ein „Koscheres und freudiges Pessachfest“.

Purim, zu deutsch „Lose, Schicksal“ ist ein Fest, das an die Errettung des jüdischen Volkes aus drohender Gefahr in der persischen Diaspora im 5. Jahrhundert v. Chr. erinnert. Die Geschichte ist im Buch Esther, der „Megillat Esther“ aufgeschrieben. Darin heißt es, dass der Regierungsbeamte Haman die Ermordung aller Juden im Reich plante. Das genaue Datum sollte per „Los“ hebr. „Pur“ ermittelt werden, aber der Plan wurde mithilfe von Mordechai und seiner Nichte, der jüdischen Königin Esther, die ihren von Haman getäuschten Gemahlen Achaschweros zur Rettung des jüdischen Volkes gewinnen konnte, vereitelt.

Bis heute ist es Aufgabe, am überlieferten Tag, dem 14. Adar (dieses Jahr am 13./14. März), diese Geschichte mehrfach vorzulesen. Das ist dann am Vorabend – nach dem eintägigen Fasten – der Beginn eines der fröhlichsten, ausgelassensten Feste im Judentum. Schon während des Lesens der Megilla machen Kinder und Erwachsene immer dann, wenn der Name des Bösewichts Haman genannt wird, viel Krach mit den Ratschen, mit Klopfen, mit Trampeln und Rufen. Es ist lustige Tradition, sich zu verkleiden, weswegen das Fest auch der „Jüdische Karneval“ genannt wird. Zu den vier wichtigsten Bräuchen gehören neben der Mikra Megillah ( Lesen des Buches Esther) auch das Festmahl, die Geschenke an die Armen und die gegenseitige Bescherung. Alle diese Pflichten leiten sich von der Überlieferung im Buch Esther, Kapitel 10, Verse 20-28 ab.

Vielerlei Riten und Speisevariationen kennt man in den verschiedensten Ländern, in denen Juden leben. Besonders beliebt sind die „Hamantaschen“, ein dreieckiges, mit Mohn gefülltes kleines Gebäck. Und gerne wird der Aufforderung der Gelehrten nachgekommen, viel Wein zu trinken, solange bis man nicht mehr unterscheiden kann zwischen „Verflucht sei Haman“ und „Gelobt sei Mordechai“. Lechaim (aus Leben!)!

TU-BIschwat, 15. Schwat 5785
Das Neujahrsfest der Bäume ist ein kleiner jüdischer Feiertag, es bedeutet wörtlich „der 15. Schwat“.
Der Name bezieht sich auf das Datum im jüdischen Kalender. Im hebräischen Alphabet hat jeder Bchstabe gleichzeitig einen Zahlenwert. Der Buchstabe „Tet“ entspricht der Zahl 9 und der Buchstabe „Waw“ der Zahl 6. Hintereinandergeschrieben stehen die beiden Buchstaben für die Summe 15. Ihre Kombination wird im Hebräischen als „tu“ ausgesprochen, „bi“ bedeutet „im“. Deshalb ist „Tu bischwat“ der 15. Tag m Monat Schwat.

Der Feiertag geht auf eine Anordnung aus der Tora zurück, wo im 3. Buch Moses den Israeliten geboten wird:

„Wenn ihr in das Land kommt, sollt ihr allerlei Bäum pflanzen“
(3 Moses, 19,23)

In der Mischna heißt es, das Haus Hillels bestimmte bereits im ersten Jahrhundert v.Chr. den 15. Des Monats Schwat zum Neujhrsfeste der Bäume. Dieser Termin markiert das Ende der Regenzeit und damit den Beginn der idealen Pflanzperiode in Israel.

Bis heute ist es ein Brauch, Bäume für Israel zu spenden. Die Jüdische Gemeine Bremen sammelt für einen Bremer Wald in Israel. Spenden werden sehr gerne angenommen, es ist „die einzige Spende, die wächst“.

Der Brauch an diesem Fest ist es , am Vorabend eine feierliche Mahlzeit mit 15 verschiedenen Arten von Früchten zu genießen, man deckt den Tisch mit den schönsten Früchten aus Israel, insbesondere jedoch die „sieben Arten“, mit denen das Land gesegnet war. Möglichst sollen Früchte dabei sein, die man in diesem Jahr noch nicht gegessen hat. Kinder pflanzen kleine Blumen und Bäumchen.
Auch heißt es: „Der Mensch ist wie ein Baum des Lebens“.